Welche Pillenarten gibt es?

Grundsätzlich kann man zwischen drei Arten von Antibabypillen unterscheiden: der klassischen Antibabypille, der Mikropille und der sogenannten Minipille. Gerade die beiden letzteren Antibabypillen, Mikropille und Minipillen, werden oft miteinander verwechselt. Hier bestehen jedoch wichtige Unterschiede, die es zu beachten gilt.

Die klassische Antibabypille

Die klassische Antibabypille enthält relativ hohe Dosen der Hormone Östrogen und Gestagen. Auf diese Weise soll eine Schwangerschaft gleich mehrmals verhindert werden, indem:

  1. der Eisprung verhindert wird;
  2. der Schleim im Gebärmutterhals sich verfestigt und den Spermien somit der Weg hin zur Gebärmutter bzw. zum Eileiter versperrt wird;
  3. und die Gebärmutterschleimhaut wird derart verändert, dass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann.

Einzunehmen ist die klassische Antibabypille täglich ungefähr zur gleichen Uhrzeit, wobei es bei dieser Form der Antibabypille kein Problem darstellt, wenn sie auch einmal um einige (wenige) Stunden später eingenommen wird.

AntibabypillenDie Mikropille

Die Mikropille ist eigentlich nichts anderes als die klassische Antibabypille, sie kommt allerdings mit weitaus geringerer Hormondosis aus und ist demnach auch besser verträglich. Die Wirkungsweise ist identisch mit der der klassischen Antibabypille. Durch die niedrige Hormondosis ist die Mikropille die heute am meisten verschriebene Antibabypille. Auch die Anwendung ist identisch zur Anwendung der klassischen Antibabypille: Während die Mikropille täglich etwa zur gleichen Zeit genommen werden kann, so stellt es kein Problem dar, wenn die Pille auch mal um einige (wenige) Stunden verschoben eingenommen wird.

Die sogenannte “Minipille”

Dritte und letzte Art der Antibabypillen ist die sogenannte “Minipille”. Die Minipille  enthält nur Gestagene und keine Östrogene. Demnach findet bei der Minipille grundsätzlich auch ein Eisprung statt. Der Verhütungseffekt wird erreicht, da sich die Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten kann, aufgrund der veränderten Gebärmutterschleimhaut. Auch werden, ähnlich der klassischen Antibabypille, die Spermien durch einen veränderten Gebärmutterschleim auf dem Weg zur Gebärmutter aufgehalten.

Ein Unterschied der Minipille zur klassischen Antibabypille und zur Mikropille ist, dass die Pille stets zur exakt gleichen Uhrzeit eingenommen werden muss. Der Zeitraum beträgt hier höchstens 2-3 Stunden. Erforderlich ist daher ein Mehr an Disziplin bei der Einnahme der Antibabypille. Auch wird die Minipille durch genommen, was zu Nebenerscheinungen wie einem Ausbleiben der Periode nach Absetzen der Pille führen kann.

Hauptanwendungsbereich der Minipille sind Frauen, die kein Östrogen vertragen, aber trotzdem mit der Pille verhüten möchten. Für diese Anwenderinnen ist die Minipille die beste Wahl.

Einphasen-, Zweiphasen und Dreiphasenpille:

Neben der klassischen Antibabypille, der Mikropille und der Minipille können Antibabypillen auch in ihren Phasen unterschieden werden. So ist zu unterscheiden zwischen Einphasenpillen, Zweiphasenpillen und Dreiphasenpillen.

Die meisten verschriebenen Pillen sind sogenannte Einphasenpillen. Diese enthalten während des gesamten Zyklus immer die gleiche Zusammensetzung und somit die gleiche Menge an weiblichen Hormonen. Hier kann prinzipiell an jedem Tag des Zyklus eine beliebige Pille aus der Blisterverpackung genommen werden.

Zweiphasen- und Dreiphasenpillen hingegen sind phasenabhängig unterschiedlich dosiert.  Aus diesem Grund ist jeden Tag die richtige Antibabypille einzunehmen. Hintergrundgedanke ist, dass sich diese beiden Formen der Pillen besser an den weiblichen Zykus anpassen sollen. Um die passende Einnahme zu gewährleisten, sind die Pillen je nach Phase meist unterschiedlich farbig gekennzeichnet. Gerade bei Unverträglichkeiten kann eine mehrphasige Antibabypille in Betracht kommen, da diese vom Körper in der Regel eher “akzeptiert” wird.

Copyright © 2019 Deutsch Apotheke All rights reserved