Warum werden Menschen übergewichtig?

Familiäre Veranlagung - genetische Ursachen

Erbfaktoren spielen eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Übergewicht. Sie steuern die langfristigen Regelmechanismen für Fettspeicherung und Fettabbau abbau. Forscher gehen heute davon aus, dass das Körpergewicht zu 60 bis 80 Prozent genetisch festgelegt ist.

steigendes Körpergewicht beiBewegungsmangel, moderner Lebensstil

Innerhalb der letzen 50 Jahre veränderte sich unsere Lebensweise grundlegend. Viele Wege werden mit dem Auto zurückgelegt und im Beruf haben schwere körperliche Arbeiten den Tätigkeiten im Sitzen Platz gemacht. Dazu kommt das Überangebot an Lebensmitteln. Das Resultat: steigendes Körpergewicht bei vielen Menschen.

Falsche Ernährung

Übergewichtige Menschen essen meist mengenmässig nicht mehr als normalgewichtige. Doch oft bevorzugen sie fettreichere Lebensmittel. Langjährige Beobachtungsstudien zeigen den Einfluss der Ernährungsweise: Schlanke Studienteilnehmer, die vorzugsweise Vollkornbrot, Getreideflocken, Obst und rohes Gemüse assen, wiesen über die Jahre ein stabiles Körpergewicht auf. Teilnehmer, die Fleisch, Butter oder fetten Käse bevorzugten, nahmen hingegen langfristig zu.

Regelmässiger Fastfood-Konsum führt neben dem Anstieg des Körpergewichts zu einer verstärkten Insulinresistenz, das heisst, die Blutzucker senkende Wirkung des Insulins ist eingeschränkt.

Oft unterschätzt wird der Einfluss von zuckerhaltigen Getränken wie Limonaden, Cola oder Fruchtsäften sowie alkoholischen Getränken. Sie enthalten nicht nur zusätzliche Kalorien, die sehr schnell ins Blut gelangen, sondern erhöhen auch das Diabetesrisiko.

Beim zusätzlichen Konsum alkoholischer Getränke wird insgesamt mehr Energie aufgenommen, als der Körper verbraucht. Diese (über)flüssigen Kalorien wandern direkt in die Fettdepots. Deshalb kann es bei regelmäßigem Alkoholkonsum leicht zu einer Gewichtszunahme kommen.

Stress

Bedrohungen versetzen den Körper in Alarmzustand. Diese Stressreaktion dient als Vorbereitung für Kampf oder Flucht. Auch emotionale oder soziale Ursachen können Stressauslöser sein. Stress beeinflusst auch das Ernährungsverhalten.

Viele Menschen essen bei Stress weniger. Menschen, die Ihr Essverhalten kontrollieren, weil sie Diät halten oder auf ihr Gewicht achten, reagieren bei Stress ganz anders. Das zeigt eine finnische Studie: Die Kontrolle des Essverhaltens versagt bei Stress. Die Studienteilnehmer reagierten mit regelrechten Essanfällen und neigten dazu, vermehrt Hamburger, Schokolade oder Pizza zu essen.

der adipösen Frauen  nach der Schwangerschaft Medikamente

Gewichtszunahme kann eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Besonders, wenn diese längerfristig eingenommen werden müssen.

Antidepressiva und Psychopharmaka sowie Medikamente gegen erhöhten Blutzucker können den Appetit steigern. Kortisonpräparate können ebenfalls zu einem Gewichtsanstieg führen. Betablocker, die gegen Bluthochdruck eingesetzt werden, vermindern die Fettverbrennung und machen müde.

Schwangerschaft

Ein Anstieg des BMI ist bei Frauen vor allem im Alter zwischen 25 bis 34 Jahren zu beobachten. Eine Untersuchung zeigte, dass 73 Prozent der adipösen Frauen ein Jahr nach der Schwangerschaft 10 kg mehr wogen als davor. Bei Frauen mit regelmässigen Essgewohnheiten war der Einfluss der Schwangerschaft am geringsten.

Veränderung der Lebenssituation

Situationen, in denen die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, haben einen Anstieg des Körpergewichtes zur Folge, wenn der Ernährungsstil nicht dem verminderten Energiebedarf angepasst wird. Das kann z.B. bei Leistungssportlern mit Verletzungen oder Wechsel zu einer sitzenden beruflichen Tätigkeit der Fall sein.

Viele Ex-Raucher berichten über eine Gewichtszunahme. Ursachen sind das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Das verbesserte Geschmacksempfinden, die sinkende Stoffwechselrate und die nun fehlende appetithemmende Wirkung der Zigarette. Zudem wird oft mit Snacks kompensiert.

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